Publikation Renate Mercsanits

Buchinformation


Renate Mercsanits
Schule als Erinnerungsort
Autor: Vertreibung an Wiener Gymnasien 1938 und der Umgang mit Erinnerung
Verlag: Lit Verlag
Projektcode: P23-5204


Information zum Projekt


Schule als Erinnerungsort – Vertreibungsschicksale und der Umgang mit Erinnerung an die Vertreibungen der jüdischen Lehrer und Schüler 1938 an Wiener Gymnasien (Publikation im LIT Verlag)


School as a place of remembrance.


Diese Arbeit geht der Frage nach, wie Schulen, die 1938 unter der nationalsozialistischen Herrschaft Orte der Vertreibungen ihrer LehrerInnen und SchülerInnen waren, sich dieser Vertreibungen, der Schicksale und der Opfer des Zivilisationsbruches Auschwitz erinnern und welche Formen des Erinnerns und Vergessens im Zeitraum von 1945 bis 2013 im öffentlichen Medium Jahresbericht bzw. Festschrift am jeweiligen Schulstandort wahrgenommen werden können. Die Vertreibungshandlungen an Wiener Mittelschulen, den sogenannten sieben „Jüdischen Sammelschulen“, unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft werden an den jeweiligen Schulstandorten aufgezeigt. Die vertriebenen Schüler und Schülerinnen, die „erzählte Geschichte“ der Vertriebenen, die Flucht- und Überlebensgeschichten im erzwungenen Exil werden dargestellt und die Ermordeten jedes Schulstandortes namentlich genannt. Die Berufsbiografien der vertriebenen Lehrer und Lehrerinnen werden kurz dargestellt. Diese Darstellung bildet auch die Grundlage für den zweiten Teil der Arbeit: Die Ausblendung, Unkenntlichmachung und Verfälschung der Geschichte der Vertriebenen in der Schulöffentlichkeit, sowohl in den Jahresberichten als auch in der Denkmallandschaft, basieren auf dem Umgang der Nachkriegsgesellschaft und der RepräsentantInnen der Republik mit der unmittelbaren Vergangenheit und damit verbunden der selektiven Interpretation der Moskauer Deklaration. Die Sicht auf die Vergangenheit basierte auf der Opferthese. Die Jahresberichte der hier untersuchten Schulstandorte wurden diachron gelesen und analysiert. Methodisch orientiert sich die Arbeit an den Gedächtnistheorien von Aleida und Jan Assmann und Maurice Halbwachs. Wichtige Tools wurden der kritischen Diskursanalyse entnommen. Anhand der Jahresberichte konnte die erinnerungspolitische Positionierung der Schulgemeinschaft, ihr Selbstbild und ihr Blick auf die unmittelbare Vergangenheit erfasst werden.
Projektverantwortliche
Mercsanits Renate Dr.
Projektzeitraum
2023-09-01 bis 2024-12-31
Kategorie
Publikation
Region
Österreich
Status
Projekt beendet