Tagebuch aus Theresienstadt von Camilla Hirsch, hg. Von Ruth Eklabets, Miriam Prager und Beit Theresienstadt (Publikation im Mandelbaum Verlag)
Diary from Theresienstadt by Camilla Hirsch (publication)
Publikation
Gering ist unser Wissen über das Leben der alten Menschen im Ghetto Theresienstadt. Erinnerungen von Überlebenden gibt es in diesem Zusammenhang nur sehr wenige. Deshalb ist das Tagebuch von Camilla Hirsch ein seltener Beleg zur Dokumentation der Shoa. Darin wird das Leben der alten Menschen im Ghetto aus erster Hand dargestellt. Das Tagebuch umfasst den gesamten Zeitraum von Camillas Inhaftierung und weitere zehn Monate nach ihrer Befreiung. Das Tagebuch beginnt am 10. Juli 1942 mit der Vertreibung Camillas aus ihrer Wohnung in Wien. Camilla kommt am 15. Juli 1942 im Ghetto an. Zu diesem Zeitpunkt ist sie 73 Jahre alt. Der rote Faden ist ihr Kampf und der Kampf ihrer Freunde ums Überleben. Sie beschreibt alle Lebensbereiche der Häftlinge im Ghetto: die Furcht vor Transporten, die beengten räumlichen Verhältnisse, Krankheiten, Diebstähle und die hohe Selbstmordrate unter den alten Menschen. Andererseits berichtet sie auch über die Teilnahme an Konzerten, Kabarett, Vorträgen, Festtagsaktivitäten und Geburtstagen, die gemeinsam mit den jungen Menschen gefeiert werden, die ins Ghetto kommen, um etwas Freude ins Leben der einsamen Alten zu bringen.